Feuerwehr der Stadt Müncheberg
Ortsfeuerwehr Müncheberg
Personal

Name: Dorn, Sebastian

Name: Bakalarz, Daniel

Name: Piechnick, Jens

Namen:Bohne, Manuela

Name: Bohne, Niklas
Anzahl: 57
Führungskräfte: 16
Maschinisten: 23
Atemschutzgeräteträger 32
Anzahl: 16
Anzahl: 28
Betreuer: 7
Geschichte
Freiwillige Feuerwehr Müncheberg- eine der ersten im Kreise Lebus
Mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr hatte man eine militärisch organisierte, fachlich geschulte und vor allem körperlich trainierte Einheit geschaffen, die mit dem festen Willen zu jeder Zeit so schnell wie möglich und unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte ein Feuer bekämpfen konnte.
Angeregt durch engagierte Bürger und aufgegriffen durch Bürgermeister Wetzel- einem eifrigen Verfechter der Feuerwehr Idee lag am Ende des Jahres 1887 eine erste Vorlage auf dem Tisch der Stadtverordneten. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, ein entsprechendes Statut erarbeiten zu lassen und so schnell wie möglich alle interessierten Bürger zu einer Gründungsversammlung einzuladen. Diese wurde für Mittwoch, den 22. Februar 1888 ins Gesellschaftshaus „ Zur Stadt Wien“ vor den Toren der Stadt einberufen.
In der einberufenen Versammlung wurde die Wahl vollzogen und damit die Wehr konstituiert. Die Freiwillige Feuerwehr war gegründet. Als zweite Stadt des Kreises Lebus hatte sich Müncheberg eine derartige Einrichtung geschaffen. Die Mitglieder der Wehr rekrutierten sich hauptsächlich aus ortsansässigen Handwerkern, Ackerbürgern, Arbeitern und Angestellten.
Am 24. Juni ist es dann endlich soweit. Oberfeuerwehrmann Krause, war nach Müncheberg gekommen, um Münchebergs neue Feuerwehrleute zu schulen. Er trifft auf eine Mannschaft, die Willens ist, sich so schnell wie möglich das notwendige Rüstzeug für eine erfolgreiche Brandbekämpfung anzueignen. Den 16. Juni, den Tag, an dem die gesamte Wehr zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Übung zusammentraf, feiert die Feuerwehr seither als ihren offiziellen Gründungstag.
03. Oktober 1888, auf dem Ernst´schen Grundstück in der Hauptstraße war ein Stall in Brand geraten. Begünstigt durch auf dem Boden lagernde Heu und Strohvorräte breitete sich dieser schnell aus. Doch Münchebergs neue Wehr war schneller, ließ dem „Roten Hahn“ keine Chance. Beeindruckend die Kürze der Zeit, die man brauchte, um mit Spritze und Wasser vor Ort zu sein, beeindruckend auch die Geschwindigkeit und Präzision, mit der man dem Feuer zu Leibe rückte und es löschte.
Anerkennende Worte und die Gewissheit, eine richtige Entscheidung getroffen zu haben, nahmen die Kameraden nach diesem Einsatz mit auf den Weg nach Hause.
Richtige Entscheidungen hatten auch die politisch Verantwortlichen in der Stadt getroffen, als sie die Mittel für die notwendige materiell-technische Ausstattung der Feuerwehr aus dem Sparkassenreservefonds zur Verfügung stellten. Noch im gleichen Jahr konnten sich die Müncheberger Kameraden über eine von der Firma Ewald-Cüstrin gelieferte neue Handdruckspritze freuen. Sie wurde den Münchebergern bei der ersten Alarmübung am 22. November vorgestellt, als man einen Brand im Knabenschulhaus simulierte und die komplette Mannschaft zum löschen ausrückte.
Im darauf folgenden Jahr wagte die Wehr dann den Sprung über die Stadtgrenzen hinaus, stellte den Antrag auf Aufnahme in den Brandenburgischen Provinzialfeuerwehrverband, wurde aufgenommen und konnte am 26. Juni in Rathenow erstmalig mit Vertretern am Brandenburgischen Feuerwehrtag teilnehmen. Damit waren die Müncheberger auch im Landesverband präsent, ein Umstand, dem wir letztlich eine regelmäßige statistische Berichterstattung auch über die hiesige Wehr verdanken. Nach dieser standen Wehrleiter Otto Gruber zum Ende des Jahres 1988 insgesamt 140 Feuerwehrmitglieder, unter ihnen 50 aktive und 90 passive zur Verfügung. An Ausrüstungen konnte er über 2 Pferdegespannte Wagenspritzen (Saugspritzen) und eine Füllspritze sowie 4 Berliner Leitern und 130 m Schlauch verfügen. Das Einsatzjahr 1889 war mit einem Einsatz außerordentlich ruhig. Am 21. April waren vor dem Berliner Tor 2 große Scheunen in Brand geraten. Die Wehr war mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, konnte ein Übergreifen auf andere Gebäude des Gutes erfolgreich verhindern und den Brand löschen.
Feuerwehralltag- mit Pferd und Wagen zur Brandstelle
Hatte man bei allen bisherigen Einsätzen die Spritzen noch mit der Hand zur Brandstelle ziehen können und war die Zahl der Brände mit einem pro Jahr außerordentlichgering, so sollten die folgenden Jahre die Feuerwehr vor wesentlich größere Probleme stellen und neue Herausforderungen mit sich bringen.
Bereits am 5. Januar des Jahres 1891 wurde Feueralarm ausgelöst, als im kaiserlichen Postamt in einem Stall auf dem Hof ein Feuer ausgebrochen war, das schnell um sich griff.
Als am 1. April des gleichen Jahres auf Dührings Loos Feuer ausbrach, mussten erstmals ein Dutzend Pferde eingesetzt werden, um Spritzen, Wasser und ein Teil der Mannschaft zu dem auswärts liegenden Gehöft zu bringen. Zu einem zweiten auswärtigen Einsatz rückte die Wehr dann am 25. April 1891 aus .
Aus Neuhardenberg war ein größeres Feuer gemeldet worden und unverzüglich hatte sich die Mannschaft mit Spritze auf den Weg nach dorthin begeben, ihren Einsatz aber aus nicht bekannten Gründen abgebrochen.
Noch einmal wurde die Feuerwehr am 11. Juli 1891 gerufen. Wieder war ein Feuer in einem Stall ausgebrochen.
Anlässlich des 5 jährigen Bestehens der Wehr hatte man den 15. Brandenburgischen Feuerwehrtag in die Mauern der Stadt gelegt. 145 Feuerwehren gehörten dem brandenburgischen Verband seinerzeit an und wegen der günstigen Lage der Stadt in der Mitte des Landes rechnete man mit einer zahlenmäßig großen Beteiligung. Es sollte wohl die größte Feuerwehrveranstaltung in Müncheberg werden, denn mehr als 600 Feuerwehrleute aus über 90 Wehren zogen unterstützt von zahlreichen Kapellen und begleitet von mehreren tausend Besuchern hier ein und freuten sich an dem umfangreichen Veranstaltungsangebot.
Modernisierung und Motorisierung der Wehr
Mit dem Neubau einer zentralen Wasserversorgung in der Stadt und in der neu entstandenen Siedlung standen im Ernstfall der Feuerwehr mehr als 40 Oberflurhydranten für eine Wasserentnahme zur Verfügung. Der Wasserleitungsneubau hatte auch positive Auswirkungen auf die Stimmung unter den Feuerwehrleuten und förderte indirekt auch wieder das Interesse an der Feuerwehr. Der Personalbestand konnte wieder aufgestockt werden. Jüngere Leute brachten „frischen Wind“ auch in den Vorstand der Wehr, übten Druck gegenüber Stadtverwaltung und Wehrführung aus, den Modernisierungsprozess schneller voran zu treiben. Doch die Kommunalpolitiker steckten in einer kräftigen Finanzmisere und konnten nur kleine Schritte in diese Richtung unternehmen.
Ein erster bestand in der Einführung des elektrischen Sirenenbetriebes im Jahre 1925. Ein zweiter Schritt bestand in der Aufstellung mit Fahrrädern ausgerüsteten Gruppe. Am 21. März 1926 wurde unter Leitung von Franz Czerwonka eine Schulung durchgeführt, an der Mitglieder von Feuerwehren aus 16 Orten des Kreises Lebus teilnahmen. 21 von ihnen legten am Ende erfolgreich eine Prüfung ab und wurden zu Oberfeuerwehrmänner befördert.Auch Czerwonka selbst stellte am 24.10.1926 anläßlich der Überprüfung der Müncheberger Wehr durch den Kreisbrandinspektor Walsleben aus Fürstenwalde sein Können und Wissen unter Beweis und wurde zum Brandmeister befördert. Grund zur Freude bei ihm und seine Kameraden. Den hatte man auch schon 3 Wochen früher. Da nämlich konnte der Stadtälteste und Mühlenbesitzer Lehmann nur Oberbrandmeister Ahlberg für 25 jährige Tätigkeit in der Wehr auszeichnen, sondern der Wehrauch eine funkelnagelneue 3-teilige 18m hohe Schiebleiter übergeben.
Erfreut war man, als es im April 1928 endlich klappte und Müncheberg die erste Motorspritze erhielt. Das Aggregat vom Typ „Retterin“ konnte problemlos 5 Strahlrohre mit Wasser versorgen. Zwar war man bezüglich des Transports immer noch auf fremde Hilfe angewiesen, aber die Motorspritze konnte bequem von 2 Kameraden bedient werden, währen man für die Handspritze noch immer 16-20 Mann brauchte.
Im Oktober 1929 die Erfüllung des Wunsches nach einem motorisierten Einsatzwagen.
Auszüge aus der Festschrift zum 110 jährigen Jubiläum
der Freiwilligen Feuerwehr Müncheberg
Herausgeber
Stadt Müncheberg
Autor Klaus Stieger
unter Mitwirkung der Feuerwehrkameraden
Heinz Sahr, Horst Schidlowski, Klaus Katschmarek,
Michael Bähr und Harald Mehls
©FFWStadt Müncheberg2005
