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Zwei Künstlerinnen – zwei Wege zur Kunst

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Doppelausstellung im Rathaus Müncheberg vom 1. Oktober 2026 bis 15. Januar 2027

Kunst kann ganz unterschiedliche Wege nehmen: Sie kann einen Menschen schon seit der Kindheit begleiten oder später zum kreativen Ausgleich im Berufsalltag werden. Genau diese unterschiedlichen Wege zeigt die Doppelausstellung im Rathaus Müncheberg. Vom 1. Oktober 2026 bis 15. Januar 2027 sind dort Arbeiten von Susan Gehrke aus Woltersdorf und Julia-Katharina Moravcik aus Hangelsberg zu sehen.

 

Susan Gehrke – Zwischen Beruf und Atelier

Die 48-jährige Susan Gehrke arbeitet als Krankenschwester und nutzt die Kunst als Ausgleich zu ihrem Beruf. Malen, Zeichnen, Basteln und Nähen gehören zu ihren kreativen Beschäftigungen. Besonders das eigene Atelier hat ihrer Kreativität neuen Raum gegeben – und den angenehmen Nebeneffekt, dass sie dort, wie sie selbst mit einem Augenzwinkern sagt, „nicht mehr aufräumen“ muss.

 

Sie arbeitet mit Öl- und Acrylfarben. Aktuell faszinieren sie abstrakte, nicht figurale Formen und Farben, gleichzeitig inspirieren sie klassische Motive wie Seerosen, Landschaften und Wasser.

 

Ihre Arbeiten waren bereits unter anderem in der Reha-Fachklinik „Klinik am See“ in Rüdersdorf und bei der Gemeinschaftsausstellung „Kunst im Rahmen“ in Woltersdorf zu sehen. Daraus ergab sich auch die Möglichkeit, Arbeiten zum Thema „Schwarmintelligenz“ in der Poliklinik des Immanuel Krankenhauses Rüdersdorf zu präsentieren.

 

2026 beteiligte sie sich unter dem Motto „Das Glück gehört den Mutigen“ an der Aktion „Deine Kunst!“ der Staatsbibliothek. Zudem wurde sie für den Kunstkatalog „100 European Women in Art 2026“ ausgewählt – für sie ein großer persönlicher Erfolg.

 

Ihre Botschaft passt dazu: „Einfach machen!“ Chancen nutzen, Neues ausprobieren und den eigenen Ideen Raum geben. Denn, wie sie selbst sagt: „Die Mutigen werden auch glücklich.“

 

Julia-Katharina Moravcik – Von „Indianern“ zur Aquarellmalerei

Bei Julia-Katharina Moravcik begann die künstlerische Leidenschaft bereits mit fünf Jahren. Damals entstand ihre erste Bilderserie „Indianer“. Während der Schulzeit wurden auch schon einmal Hefte und Schulbänke zur Zeichenfläche – nicht immer zur Freude der Lehrer, aber immerhin teilweise geduldet.

 

Später probierte sie zahlreiche Techniken aus: Bleistift, Buntstift, Tusche, Öl, Acryl, Enkaustik und Pastellkreide. Durch Familie und Beruf geriet die Kunst zunächst in den Hintergrund. 2012 änderte sich ihre Lebenssituation grundlegend. Nach ihrer Erkrankung an Multipler Sklerose und dem Auszug ihres Sohnes war wieder mehr Zeit für die Kreativität vorhanden. Auch das alte Haus der Familie in Hangelsberg bot den nötigen Raum.

 

Nach verschiedenen Experimenten fand sie schließlich zur Aquarellmalerei. Heute arbeitet sie auf hochwertigem Papier und kombiniert Aquarell mit Finelinern. Als Autodidaktin hat sie nie Kunstkurse besucht. Fotos dienen ihr häufig als Inspiration, doch beim Beginn eines Bildes weiß sie oft selbst noch nicht, wie es am Ende aussehen wird. Genau diese Unvorhersehbarkeit fasziniert sie.

 

Inzwischen hat sie auch Wunschaufträge umgesetzt und dabei ihre eigene Handschrift entwickelt. Seit März 2026 ist sie Mitglied bei den Kunstfreunden Erkner e.V.

 

Zwei Wege, eine Ausstellung

Hier treffen also Öl und Acryl auf Aquarell und Fineliner, abstrakte Formen auf unterschiedliche Motive und zwei sehr persönliche Geschichten aufeinander. Gemeinsam ist beiden Künstlerinnen die Freude am Ausprobieren und der Mut, der eigenen Kreativität Raum zu geben.

 

Die Doppelausstellung ist vom 1. Oktober 2026 bis 15. Januar 2027 im Rathaus Müncheberg zu sehen. Der Besuch ist während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses möglich.

 

Wer also ohnehin ins Rathaus kommt, kann ruhig ein paar Minuten mehr einplanen. Vielleicht bleibt es nicht beim kurzen Blick auf ein Bild – und vielleicht bekommt dabei auch die eine oder andere eigene Idee ein bisschen Raum.

 

 

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